Pflegefachmann Gehalt
Der Beruf des Pflegefachmanns beziehungsweise der Pflegefachfrau gehört zu den wichtigsten und zugleich anspruchsvollsten Tätigkeiten im Gesundheitswesen. Er verbindet ein hohes Maß an sozialer Verantwortung mit medizinischem Fachwissen und praktischen Fertigkeiten. Gleichzeitig stellt sich für viele Interessierte die Frage: Wie hoch ist das Pflegefachmann Gehalt in Deutschland, und wovon hängt es ab? Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über das Thema, von der Ausbildung über regionale Unterschiede bis hin zu Karrierechancen.
Das Berufsbild des Pflegefachmanns
Seit der Reform der Pflegeberufe im Jahr 2020 sind die bisherigen Ausbildungen zur Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Profil zusammengefasst worden. Der neue Beruf des Pflegefachmanns beziehungsweise der Pflegefachfrau erlaubt nach der Ausbildung den Einsatz in allen Pflegebereichen. Dieser Ansatz zielt darauf ab, flexiblere Karrierewege zu ermöglichen und den Pflegeberuf zukunftsfähiger zu gestalten.
Pflegefachkräfte übernehmen Aufgaben in der Grund- und Behandlungspflege, beraten Patienten und Angehörige, dokumentieren Pflegeprozesse und arbeiten eng mit Ärzten und Therapeuten zusammen. Die Tätigkeit kann in Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Diensten oder Rehabilitationskliniken ausgeübt werden. Diese Vielfalt wirkt sich auch auf das Gehalt aus.
Gehalt während der Ausbildung
Während der dreijährigen Ausbildung zum Pflegefachmann erhalten Auszubildende bereits eine Vergütung. Die Bezahlung richtet sich meist nach Tarifverträgen, etwa dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD-P) oder kirchlichen Tarifverträgen (AVR Caritas, AVR Diakonie).
Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und verschiedener Pflegeverbände liegt das Ausbildungsgehalt durchschnittlich bei:
- Ausbildungsjahr: rund 1.190 bis 1.250 € brutto
- Ausbildungsjahr: rund 1.250 bis 1.320 € brutto
- Ausbildungsjahr: rund 1.350 bis 1.450 € brutto
Wer bei privaten Trägern lernt, kann geringfügige Abweichungen nach unten feststellen, während öffentliche Einrichtungen in der Regel nach Tarif bezahlen. Ein zusätzlicher Vorteil: Nach der Ausbildung haben Absolventen gute Übernahmechancen, oft mit direkt anschließender Festanstellung.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Das Einstiegsgehalt eines examinierten Pflegefachmanns bewegt sich laut aktuellen Erhebungen zwischen 2.900 und 3.400 € brutto. Die Spanne ergibt sich aus verschiedenen Faktoren:
- Tarifbindung: Beschäftigte im öffentlichen Dienst (etwa kommunale Krankenhäuser) profitieren vom TVöD-P, der in der Entgeltgruppe P7 beginnt. Dort liegt das Grundgehalt derzeit bei etwa 3.200 € brutto.
- Arbeitgeber: Private Pflegeheime zahlen teils weniger, während Einrichtungen der Caritas oder der Diakonie ähnlich gute Konditionen wie der öffentliche Sektor bieten.
- Region: In westdeutschen Bundesländern sind die Löhne durchschnittlich höher als in den östlichen Bundesländern. Die Unterschiede können bis zu 10 bis 15 % betragen.
Auch Zusatzleistungen spielen eine Rolle: Zuschläge für Schichtarbeit, Wochenend- oder Feiertagsdienste sowie Sondervergütungen für Nachtschichten können das monatliche Einkommen deutlich erhöhen, teils um mehrere hundert Euro.
Gehaltsentwicklung mit Erfahrung
Mit wachsender Berufserfahrung steigt auch das Gehalt. Pflegefachkräfte können in höhere Entgeltstufen aufsteigen oder sich mit Weiterbildungen spezialisieren. In tarifgebundenen Einrichtungen liegt das Einkommen nach einigen Berufsjahren häufig zwischen 3.600 und 4.200 € brutto.
Besonders qualifizierte Pflegefachkräfte, etwa in der Intensivpflege, im OP-Bereich oder in leitenden Positionen, erzielen deutlich höhere Vergütungen. Stationsleitungen oder Wohnbereichsleitungen verdienen laut Gehaltsportalen wie StepStone oder Gehalt.de oft über 4.500 € brutto, Pflegepädagogen oder Pflegedienstleitungen sogar bis zu 5.500 €.
Darüber hinaus bieten viele Einrichtungen Zulagen für besondere Verantwortung, Arbeitszeiten oder Fachkompetenzen, etwa:
- Funktionszulagen für bestimmte Stationen (z. B. Anästhesie, OP, Notaufnahme)
- Wechselschicht- und Nachtarbeitszuschläge
- Jahressonderzahlungen oder Leistungsprämien
Regionale Unterschiede im Überblick
Die Gehaltsspanne zwischen verschiedenen Regionen Deutschlands ist nach wie vor erheblich. Während Pflegefachmänner in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen überdurchschnittlich verdienen, liegen die Einkommen in Sachsen, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern meist etwas niedriger. Beispielsweise beträgt das Durchschnittsgehalt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit:
- Bayern: ca. 3.700 € brutto
- Nordrhein-Westfalen: ca. 3.600 € brutto
- Berlin: ca. 3.400 € brutto
- Sachsen: ca. 3.100 € brutto
- Mecklenburg-Vorpommern: ca. 3.000 € brutto
Die Lebenshaltungskosten variieren allerdings ebenfalls, wodurch reale Einkommensunterschiede teilweise ausgeglichen werden.
Einflussfaktoren auf das Pflegefachmann-Gehalt
Neben Berufserfahrung und Region gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die das Gehalt bestimmen:
- Größe des Arbeitgebers: Große Kliniken können in der Regel bessere Löhne und Zusatzleistungen bieten als kleine Pflegeeinrichtungen.
- Arbeitszeitmodell: Vollzeitbeschäftigte verdienen entsprechend mehr, Teilzeitkräfte profitieren dafür von flexibleren Arbeitszeiten.
- Spezialisierung: Zusatzqualifikationen wie Wundmanagement, Praxisanleitung oder Intensivpflege wirken sich positiv auf das Gehalt aus.
- Tarifbindung: Tarifverträge gewährleisten transparente Gehaltsstrukturen und regelmäßige Erhöhungen.
Zukunftsperspektiven: Warum sich die Pflege lohnt
Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels ist die Nachfrage nach Pflegefachkräften in Deutschland heute größer denn je. Bereits jetzt fehlen zehntausende Fachkräfte. Das führt nicht nur zu sicheren Arbeitsplätzen, sondern auch dazu, dass die Politik und Arbeitgeber zunehmend den Beruf attraktiver gestalten, etwa durch bessere Bezahlung, mehr Wertschätzung und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Mit zunehmender Berufserfahrung, Engagement und Spezialisierung lässt sich somit ein solides Einkommen erzielen, das über dem deutschen Durchschnittslohn liegen kann. Wer darüber hinaus Führungsverantwortung übernimmt, kann langfristig noch höhere Gehälter erreichen.
Fazit: Sicheres Gehalt als Pflegefachmann langfristig
Das Pflegefachmann Gehalt variiert nach Region, Arbeitgeber und Erfahrung erheblich, bewegt sich jedoch auf einem stabilen und wachsenden Niveau. Während Auszubildende bereits eine faire Vergütung erhalten, können examinierte Pflegefachkräfte ein Gehalt zwischen 3.000 und über 4.000 € brutto monatlich erwarten, mit steigender Tendenz bei Spezialisierung oder Leitungsfunktionen.
Der Beruf bietet nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch eine sinnstiftende Tätigkeit, die in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger wird. Wer also eine Mischung aus sozialem Engagement, medizinischem Fachwissen und sicheren Karrierechancen sucht, findet im Beruf als Pflegefachmann eine zukunftsfeste Option mit guten Verdienstmöglichkeiten.
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