Justizfachangestellte Gehalt

Justizfachangestellte Gehalt

Justizfachangestellte Gehalt

Wenn du dich für eine Ausbildung oder Karriere als Justizfachangestellte interessierst, spielt das Thema Gehalt natürlich eine zentrale Rolle. Der Beruf ist abwechslungsreich, verantwortungsvoll und bietet einen sicheren Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst. Doch wie viel verdient man als Justizfachangestellte? Welche Faktoren beeinflussen das Einkommen, und wie entwickelt sich der Lohn im Laufe der Zeit? Hier bekommst du einen umfassenden Überblick über das Justizfachangestellte Gehalt in Deutschland.

Aufgabenbereich einer Justizfachangestellten

Bevor es um Zahlen geht, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Tätigkeitsfeld. Als Justizfachangestellte arbeitest du in Gerichten, Staatsanwaltschaften oder bei Notariaten. Du unterstützt Richter, Rechtspflege und Staatsanwälte bei der Organisation und Verwaltung von Verfahren. Dazu gehören etwa:

  • Aktenführung und -verwaltung
  • Terminplanung und Sitzungsorganisation
  • Protokollführung bei Gerichtsverhandlungen
  • Erstellung und Zustellung von Schriftstücken
  • Umgang mit Rechtsanträgen, Mahnverfahren und Registerangelegenheiten

Deine Arbeit sorgt also dafür, dass die deutsche Justiz reibungslos funktioniert. Die Verantwortung ist groß und dementsprechend sicher ist auch die Beschäftigung.

Gehalt während der Ausbildung

Die Ausbildung zur Justizfachangestellten dauert drei Jahre und ist dual aufgebaut: Du arbeitest in einer Justizeinrichtung und besuchst parallel die Berufsschule. Dein Ausbildungsgehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst der Länder (TVA-L BBiG).

Die genauen Beträge können je nach Bundesland leicht variieren, aber im Durchschnitt verdienst du laut aktuellen Tarifen etwa:

  • 1. Ausbildungsjahr: 1.070 € brutto
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.120 € brutto
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.170 € brutto

Diese Werte sind bundeseinheitlich weitgehend standardisiert. In Bayern oder Baden-Württemberg kann es jedoch leichte Aufschläge geben. Dazu kommen häufig Sonderzahlungen wie ein Weihnachtsgeld oder eine einmalige Prämie zum Ausbildungsende.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung wirst du in der Regel in ein tarifliches Beschäftigungsverhältnis übernommen. Das heißt: Dein Gehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) bzw. in einigen Bundesländern nach speziellen Justiztarifen.

Als Berufseinsteiger wirst du üblicherweise in Entgeltgruppe 6 oder 7 eingruppiert. Dein monatliches Bruttogehalt liegt damit meist zwischen 2.600 und 3.100 €, abhängig vom Bundesland und deiner Erfahrungsstufe.

  • Eingruppierung EG 6, Stufe 1: 2.620 € brutto
  • Eingruppierung EG 7, Stufe 2 bis 3: bis zu 3.200 € brutto

Zusätzlich kommen häufig Zulagen hinzu, etwa für besondere Tätigkeiten oder die Vertretung in einer höheren Position.

Entwicklung des Gehalts mit Berufserfahrung

Mit steigender Berufserfahrung und Verantwortungsbereich wächst auch dein Einkommen. Im Tarifrecht des öffentlichen Dienstes steigst du automatisch nach festgelegten Zeiten in höhere Stufen auf, etwa alle zwei bis drei Jahre. Nach zehn bis fünfzehn Berufsjahren kannst du in der Spitze von Entgeltgruppe 7 über 3.700 € brutto verdienen.

Beispiele nach Stufen (EG 7, Stand 2024):

  • Stufe 1: 2.967 €
  • Stufe 2: 3.142 €
  • Stufe 3: 3.296 €
  • Stufe 4: 3.465 €
  • Stufe 5: 3.667 €
  • Stufe 6: 3.776 €

Zusätzlich erhältst du ein 13. Monatsgehalt (Weihnachtsgeld) und je nach Bundesland eine Jahressonderzahlung. Damit steigt das jährliche Gesamteinkommen auf rund 40.000 bis 48.000 € brutto.

Zum Vergleich kannst du dir das Anlagenmechaniker Gehalt anschauen.

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Da Justizfachangestellte bei den einzelnen Bundesländern angestellt sind, gibt es je nach Region leichte Unterschiede. In Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen liegen die Gehälter tendenziell im oberen Bereich. In den ostdeutschen Bundesländern sind sie etwas niedriger, wobei sich die Angleichung in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat.

Auch die Lebenshaltungskosten spielen eine Rolle: Ein etwas geringeres Gehalt in Thüringen kann durch niedrigere Mieten und Lebenshaltungskosten ausgeglichen werden, während du in Bayern mehr verdienst, aber auch höhere Ausgaben hast.

Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten

Wenn du dich weiterentwickeln möchtest, eröffnen sich dir mehrere Wege:

  • Fortbildung zur Justizfachwirtin bzw. zum Justizfachwirt: Mit zusätzlichen Schulungen und Berufserfahrung kannst du in den gehobenen Justizdienst aufsteigen. Das Gehalt steigt dann auf rund 3.500 bis 4.500 €, je nach Position und Verantwortung.
  • Spezialisierung: Du kannst dich beispielsweise auf den Strafvollzug, das Familienrecht oder die Nachlasssachen spezialisieren, was oft mit Zulagen verbunden ist.
  • Verwaltungspositionen: Wer organisatorisches Talent beweist, kann in der Geschäftsstelle leitende Aufgaben übernehmen, ebenfalls mit entsprechenden Gehaltssteigerungen.

Weitere finanzielle Vorteile des öffentlichen Dienstes

Neben dem sicheren Einkommen gibt es im öffentlichen Dienst noch zusätzliche Pluspunkte:

  • Unbefristete Anstellungen und hohe Jobsicherheit
  • Tarifliche Gehaltserhöhungen bei neuen Tarifabschlüssen
  • Zahlung von Weihnachtsgeld und vermögenswirksamen Leistungen
  • Geregelte Arbeitszeiten und gute Vereinbarkeit mit Familie
  • Betriebliche Altersvorsorge (VBL)

Gerade diese langfristige Sicherheit zeichnet den Beruf der Justizfachangestellten aus.

Fazit: Solide Bezahlung und sichere Perspektive

Das Justizfachangestellte Gehalt mag auf den ersten Blick nicht spektakulär wirken, bietet jedoch ein starkes Gesamtpaket: ein geregeltes Einkommen, überdurchschnittliche Jobsicherheit und gute Entwicklungsmöglichkeiten. Bereits während der Ausbildung verdienst du ordentlich, und mit zunehmender Berufserfahrung lässt sich ein stabiles und faires Einkommen erzielen.

Wenn du Organisationstalent, Genauigkeit und Interesse an rechtlichen Abläufen mitbringst, ist dieser Beruf nicht nur spannend, sondern auch finanziell lohnend, insbesondere, weil du auf eine verlässliche Tarifstruktur bauen kannst.

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